Einbrecher kennen jedes Versteck!

Interview mit Kriminalhauptkommissar Horst Köhler,
KK 61, Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Köln


Herr Köhler, was sind typische „Einbruchsprofile“? Wie laufen die meisten Einbrüche ab?
(...) Gehen wir zunächst einmal vom typischen Wohnungseinbruch aus. Der wird nicht langfristig geplant, sondern es werden spontan Schwachstellen erkannt und dann genutzt. Möglicherweise führt der Täter eine Anwesenheitskontrolle durch. Wobei hier (...) zweimal an der Haustür geklingelt wird.
Und dann kommen wir auch schon zur Täterarbeitsweise: In 80 Prozent der  Fälle hat der Täter ein  Werkzeug dabei, das er körpernah bei sich tragen kann. Das ist in der Regel ein Schraubendreher oder ähnliches. Damit hebelt er dann Fenster, Terassentüren oder Eingangstüren auf. (...)

Welche Schäden entstehen bei Einbrüchen?
In der Regel halten sich Einbrecher nicht länger als fünf bis sieben Minuten in einer Wohnung auf. Dabei wird ganz gezielt nach Gegenständen gesucht, die von Wert sind – am liebsten ist den Tätern natürlich Bargeld. Aber im Prinzip lassen sie vieles mitgehen, was sich körpernah tragen lässt, also beispielsweise Schmuck. Dann sind natürlich auch technische Geräte interessant: Handys, Laptops und so weiter. (...)

Haben Sie konkrete Tipps, wie man sich vor einem Einbruch schützen kann?
Es gibt natürlich einmal verhaltensorientierte Tipps, das heißt, die kosten noch nicht einmal Geld. Da ist ganz wichtig zu sagen: „Nutzen Sie zuerst einmal die Möglichkeiten, die Sie zum Schutz haben!“ Das bedeutet konkret: Ziehen Sie die Tür nicht einfach nur ins Schloss., sondern schließen Sie sie ab. Schließen Sie die Fenster, auch wenn Sie nur kurz außer Haus sind.(...)


Gekippte Fenster zum Beispiel locken Täter an. Innentüren und Schränke sollten dagegen nicht verschlossen werden – das führt nur dazu, dass die Täter neugierig werden, weil sie etwas wertvolles dahinter vermuten.(...)


Lassen Sie bei längerer Abwesenheit Ihr Haus oder Ihre Wohnung von einer Person Ihres Vertrauens betreuen. Wichtig ist, dass die Wohnung oder das Haus belebt aussieht. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen: Durch Licht ein- und ausschalten (...), Rolläden hinauf- und hinunter ziehen, Briefkasten leeren, Mülltonnen hinausstellen. (...)


Ein weiterer Tipp, den man unbedingt beherzigen sollte: Dokumentieren Sie Ihre Wertsachen! Das heißt, sie sollten von allen Seiten fotografiert werden, damit spezifische, individuelle Merkmale festgehalten werden. (...) Werden die Sachen gestohlen, helfen die Fotos der Polizei bei der Fahndung – sie werden sogar ins Internet gestellt und sind somit weltweit abrufbar. (...)

Quelle: Einbruchschutz, Polizei Dein Partner, Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH, 2008, S. 5-8. pressto – agentur für medienkommunikation, Köln.

„Einbrecher kommen doch immer nur Nachts!“

Die Wahrheit über häufige Irrtümer rund ums Thema Einbruch.

Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal erlebt: man sitzt gerade gemütlich vor dem Fernseher und irgendwo in der Nachbarschaft fängt plötzlich eine Alarmanlage an zu schrillen. Und man denkt sich: „Was soll das bloß, da kümmert sich doch sowieso kein Mensch drum!“ Und genau das ist falsch. Denn mindestens einen kümmert es schon, und zwar den Einbrecher. Dass Alarmanlagen „nichts bringen“ ist nur einer von vielen Irrtümern, wenn es um das Thema Wohnungseinbruch geht. Denn schallt einem Einbrecher beim Einsteigen in ein Haus eine 120 dezibel-laute Alarmanlage entgegen, kann man sicher sein, dass er so schnell wie möglich das Weite sucht – bevor möglicherweise ein alarmierter Wachdienst oder die Polizei eintrifft.
Ein weiterer Irrglaube ist, dass nur nachts eingebrochen wird, wenn alle schlafen. Fakt ist, das die meisten Einbrecher zwar die Dunkelheit bevorzugen, aber lieber am frühen Abend zuschlagen – weil viele Menschen zu dieser Zeit noch nicht zu Hause sind. (...)
Hochkonjunktur haben Einbrecher in den Wintermonaten – dann, wenn es früh dunkel wird. (...)

Quelle: Einbruchschutz, Polizei Dein Partner, Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH, 2008, S. 27. pressto – agentur für medienkommunikation, Köln.